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Wie vermeide ich Keyword-Kannibalismus auf meiner Website?

Guter Content ist ein Kernmerkmal von Suchmaschinenoptimierung. Wenn Du Deinen Usern Inhalte mit Mehrwert bereitstellst, wirst Du dafür belohnt. Deine Website erhält ein gutes Suchmaschinenranking und wird auf der Ergebnisseite entsprechend weit oben angezeigt. Wichtig ist allerdings, die Texte aufeinander abzustimmen. Sonst kann das Phänomen der Keyword-Kannibalisierung auftreten. Was das ist und wie Du testen kannst, ob Deine Homepage davon betroffen ist, haben wir im nachfolgenden Text zusammengefasst.

Was ist Keyword-Kannibalismus?

Keyword-Kannibalisierung ist in gewisser Weise ein Mysterium. Einige Experten streiten sogar ab, dass es ein solches Problem überhaupt gebe. Das ist aber nicht ganz richtig, sondern trifft nur auf eine Interpretation des Begriffs zu. Grundsätzlich ist es nämlich möglich, dass Du auf Deiner Website mehrere Inhalte zu einem Hauptkeyword veröffentlichst, ohne dabei das Suchmaschinenranking beider Texte negativ zu beeinträchtigen. Keyword-Kannibalismus tritt allerdings dann auf, wenn Du mit den betroffenen Seiten dasselbe Ziel erreichen möchtest oder nicht deutlich genug kenntlich machst, dass Du mit ihnen unterschiedliche Intentionen verfolgst.

Suchmaschinenbetreiber wie Google sind bemüht, den Usern stets die Ergebnisse auf den vorderen Positionen der Suchergebnisse anzuzeigen, die zu ihren Anfragen am besten passen. Dabei verfolgen diese unterschiedliche Intentionen. Suchen sie beispielsweise nach bestimmten Produkten, werden einige User die Absicht verfolgen, sich über deren Eigenschaften zu informieren, während andere nach einem konkreten Kaufangebot suchen. Wenn Du Hersteller oder Händler des jeweiligen Produkts bist, ist es natürlich Dein Interesse, mit Deiner Website beide und weitere Usergruppen zu erreichen. Der Produktname ist dabei ein elementares Keyword, das sich zwangsläufig wiederholen muss. Durch ergänzende Keywords solltest Du aber deutlich machen, welche Absicht Du mit den jeweiligen Landingpages oder Inhaltsseiten verfolgst, damit sie den Usern entsprechend vorgeschlagen werden können.

Wenn Du keine eindeutigen Signale setzt, bestimmte Inhalte bei Suchanfragen zu bevorzugen, werden sich die Unterseiten Deiner Website in gewissermaßen kannibalisieren. Sie berauben sich ihres Potenzials, weil Google beispielsweise eine Seite mit allgemeinen Produktinformationen vermehrt jenen Usern anzeigt, die es eigentlich kaufen möchten. Das führt unter Umständen zu einer hohen Absprungrate, für die Google Deine Homepage zusätzlich abstraft.

Die Keyword-Kannibalisierung ist dann besonders ärgerlich, wenn die jeweiligen Seiten kein gutes Suchmaschinenranking aufweisen. Dann nimmst Du Dir die Möglichkeit, auf einer besseren Position angezeigt zu werden. Auf einem der vorderen Plätze kann Keyword-Kannibalismus unter Umständen den Traffic antreiben, da Deine Homepage mehrfach gelistet ist.

Woran merke ich, dass meine Website Opfer von Keyword-Kannibalismus wurde?

Keyword-Kannibalisierung ist häufig die Folge eines schleichenden Prozesses. Zunächst entsteht häufig eine Basisstruktur einer Homepage, die keiner weiteren Spezifizierung bedarf. Je weiter das Angebot wächst, desto mehr konkurrierende Inhalte entstehen mit der Zeit.

Ohne die Hilfe von Analysetools, die strukturiert vorgehen, kannst Du selbst nicht erkennen, ob Deine Website von Keyword-Kannibalismus betroffen ist und wie tiefgreifend das Problem ist. Die wohl einfachste Möglichkeit bietet die Google Search Console. Diese ist für viele Bereiche der Suchmaschinenoptimierung hilfreich. Deswegen handelt es sich um ein Keyword Kannibalismus Tool, auf das viele Betreiber von Websites ohnehin bereits Zugriff haben. Wenn Du die Übersicht mit den Suchanfragen Deiner User aufrufst, kannst Du im Bereichen „Seiten“ herausfinden, ob mehrere URLs bei der Suchanfrage ausgespielt werden. Wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen dafür, dass diese sich gegenseitig Traffic rauben könnten.

Neben der kostenlosen Google Search Console bietet auch SEMrush Analysemöglichkeiten. Um diese nutzen zu können, benötigst Du allerdings die kostenpflichtigen Pakete Guru oder Business. Das Keyword Kannibalismus Tool ist allerdings eindeutiger und umfangreicher als das von Google. Denn es ist speziell darauf ausgelegt, Schwachstellen in diesem Bereich zu ermitteln. Du brauchst die Daten also nicht selbst zu analysieren, sondern siehst je nach Sortierung konkrete Seiten oder Keywords, die sich gegenseitig im Weg stehen. Ähnliche Möglichkeiten bietet das ebenfalls kostenpflichtige Tool Sistrix.

Was mache ich, wenn ich von Keyword-Kannibalisierung betroffen bin?

Konntest Du herausfinden, dass mehrere Bereiche Deiner Homepage von Keyword-Kannibalismus betroffen sind, stehen Dir mehrere Maßnahmen zur Verfügung. Die einfachste ist, die unterschiedlichen Inhalte auf der am besten rankenden Seite zusammenzufassen, die dann überflüssige Unterseite(n) zu deaktivieren und 301-Weiterleitung(en) einzurichten.

Das kann aber aus unterschiedlichen Gründen entweder nicht gewollt oder technisch nicht möglich sein. Wenn Du alle Seiten behalten möchtest, kannst Du entsprechende HTML-Tags verwenden. Sie signalisieren Google, dass Du Dir der Problematik bewusst bist und passende Maßnahmen ergriffen hast. Das geht unter anderem mit dem Canonical-Tag. Mit dem Befehl stärkst Du die von Dir mit ihm ausgezeichnete Seite. Diese erscheint dann auch in den Suchergebnissen.

Der Noindex-Befehl ist das Negativ einer kanonischen URL. Ihn verwendest Du auf den Seiten, die nicht von Google indexiert werden und somit nicht in den Suchergebnissen erscheinen sollen. Dabei können zwei Probleme entstehen: Zum einen musst Du den Befehl auf jeder Unterseite hinterlegen, die von Keyword-Kannibalismus betroffen ist und die Du ausschließen möchtest. Dabei besteht die Gefahr, dass Du möglicherweise eine Seite vergisst. Den Canonical-Tag brauchst Du lediglich auf der bevorzugten Seite anzugeben. Dieser ist auch aus einem zweiten Grund hilfreicher: Rankingsignale der unwichtigeren Seiten werden mit ihm der bevorzugten Seite zugeordnet. Sie profitiert also von deren Ranking. Beim Noindex-Befehl kann die verbliebene Seite nicht von den Vorteilen profitieren, schließlich werden die ausgeschlossenen Seiten nicht von Google bewertet. Es handelt sich somit um die ineffizientere Art, Keyword-Kannibalismus entgegenzuwirken.

Um bei zukünftigen Inhalten nicht Gefahr zu laufen, Keyword-Kannibalismus zu verursachen, solltest Du den Content genau unter die Lupe nehmen. Analysiere, ob Konfliktpotenzial mit alten Inhalten besteht und ob diese eine Spezifizierung benötigen. Gegebenenfalls kann es dann effektiver sein, die bereits rankenden Inhalte mit dem neuen Content zu aktualisieren und alles von Beginn an auf einer Unterseite zu kanalisieren.